Die PARTEI endlich auch an der FU

Januar, das ist an der FU traditionell immer Wahlpropaganda-Zeit. Dies bemerkt man nicht nur an den vielen Plakaten und Flyern die die campusnahen Bäume schmücken, sondern auch an den inzwischen zahlreichen hochschulgruppen-bezogenen Blogs, die ihre jeweilige Gruppe in ausschweifenden Blog-Einträgen als die am besten zu wählende preisen.

Obwohl der FUwatch Blog im Gegensatz dazu nicht stellvertretend für eine bestimmte hochschulpolitische Gruppe steht, will ich die Gunst der Stunde nutzen und meiner Pflicht als PARTEI-Mitglied nachkommen und darauf aufmerksam machen, dass es dieses Jahr auch an der FU erstmals eine Hochulgruppe der PARTEI gibt.

Wie es sich für eine moderne Hochschulgruppe gehört, verfügt natürlich auch die PARTEI FU über einen eigenen Blog. Dort kann man unter anderem in einer Selbstdarstellung lesen:

„… Und auch wenn es unser Name nahe legt, sind wir nicht die Vertretung der PARTEI an der Hochschule und werden auch nicht durch diese finanziert… In den akademischen Gremien wollen wir für eine vernünftige Vertretung studentischer Interessen gegenüber den anderen Statusgruppen sein und im fast ausschließlich mit radikal-linken Gruppierungen und Protestgruppen besetzten Studierendenparlament eine ernsthaft demokratische Alternative anbieten… Klare Strukturen sorgen für Transparenz – deshalb haben wir einen Vorstand mit klar gefassten Kompetenzen gewählt“

Die Kernforderung der PARTEI, die Wiedererrichtung der Mauer, taucht hier leider nicht auf. Was auch daran liegen mag, dass man sich die Textbausteine bei anderen zusammgesucht hat (wie die LHG zu berichten weiß). Der Satire wird man zumindest an dieser Stelle gerecht. Und in der „Informationsbroschüre“ (ein ausliegender Flyer) heißt es dann auch endlich:

„Mit dem Wiederaufbau der Mauer wird die Konkurrenz der Humboldt-Universität im Elitewettbewerb strukturell ausgeschaltet!“

Na das klingt schon eher nach der einzig wahren PARTEI-Doktrin!

Das mit der Transparenz ist natürlich nicht ganz so ernst gemeint: Trotz intensiver Suche erfährt der Besucher nichts über die KandidatInnen die bei den StuPa-Wahlen nun für die PARTEI antreten. Spätestens hier wird die AStA-Nähe der Gruppe unübersehbar.

Es hilft nur noch ein Blick auf die diesjährige Zulassungsliste. Dort kann man nachlesen, dass die PARTEI mit immerhin acht KandidatInnen dabei ist. Die ersten vier „SpitzenkandidatInnen“ sind beim genaueren Hinsehen jedoch bekannte „Hinterbänkler“ aus anderen Hochschulgruppen, die bei den letzten StuPa-Wahlen nicht zum Zuge gekommen sind. So trat Kristina Kielblock im letzten Jahr schon für die „Ökologische Alternative“ an, Maria Weilbach für die „AusländerInnen gegen Rassismus / FSI LAI“, Christian Dinse für die „Hochschulpolitische Linke“ und Anne Brügmann für „SEMTIX“.

Ob diese Truppe mit gutmenschelnder, asta-naher Vergangenheit wohl tatsächlich den satirisch-anarchisch-hedonistischen Geist der einzig wahren PARTEI zu repräsentieren vermag? Zumindest die Opposition im StuPa wurde erfolgreich satire-gerecht aufs Korn genommen. Bei der LHG betont man, dass ausgerechnet die sich in Sachen „Tarnlisten“ immer echauffiert gebenden asta-tragenden Listen nun selbst mit „Tarnlisten“ antreten würden, was aber ausklammert, dass Spaß-„Tarnlisten“ wie die „PARTEI“ vermutlich selbst nur eine Reaktion auf oppositionelle „Tarnlisten“ in der Vergangenheit sind. Und wenn man liest wie sich die LHG einerseits auf die „Untaten“ der AStA-Listen versteift, sich zeitgleich aber auch versucht überbetont gelassen zu geben, bleibt nur zu resümieren, dass die PARTEI mit ihrer Satire ins Schwarze getroffen hat.

Was halt noch fehlt ist die „Aufbereitung“ des nicht minder pathetischen Gedöns der asta-tragenden Gruppen, hier bleibt die PARTEI FU aufgrund ihrer personellen Besetzung freilich hinter den Erwartungen zurück.

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2 Antworten to “Die PARTEI endlich auch an der FU”

  1. Ronny von der LHG Says:

    Ja und nein. Überbetont gelassen ist vielleicht der falsche Ausdruck, eher erfreut, dass die alten ärgerlichen Klischees immerhin hinter Satire versteckt werden – über die ich heue morgen ehrlich habe lachen müssen, weil sie natürlich eine gelungene Stichelei ist. Das Versteifte kommt daher, dass es eben doch nur die alten Klischees sind, die man über die Jahre leid ist zu hören, weil sie nicht dem entsprechen, was man in der täglichen Arbeit leistet.

    Darüber ärgere ich mich tatsächlich und in diesem Sinne trifft die Satire ins wohl auch ins Schwarze. Dabei ärgere ich mich nicht so sehr über die Satire als solche, sondern darüber, dass sie nicht zur Kritik an unserer Arbeit sondern zur Festigung von Vorurteilen gedacht ist, die letztendlich von unserer Kritik an der Arbeit der Verfasser ablenken möchte.

  2. Das liberale Blog an der FU Berlin » Blog Archive » Die PARTEI, die PARTEI… Says:

    […] StuPa-Sitzungsleitungsmitglied und auch dieses Jahr wieder “Spitzendkandidatin” von Die PARTEI – schließlich sind wir so die einzige Hochschulgruppe an der FU – vielleicht ja sogar bundesweit – […]

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