fsz will mit StudiVZ kooperieren

Wie der Kommilitone Martin Kaul in der heutigen Ausgabe der taz berichtet, bahnt sich zwischen dem in letzter Zeit wegen mangelndem Datenschutz und Duldung von Sexismus stark kritisierten Studierendenportal „StudiVZ“ und dem „freien zusammenschluss der studentInnenschaften (fzs“) offenbar eine Kooperation an:

„(…) Eine merkwürdige Liaison: Der fzs publiziert vor allem spaßfreie Postulate gegen Studiengebühren. Diese elektrisierten bisher nur eine Minderheit der 1 Million Studis, die der fzs nach eigenen Angaben vertreten will. StudiVZ ist dagegen als zweifelhafte Bagger- und Party-Community aufgefallen. Eine mit enormem Zulauf allerdings. (…)

Nach Hochschulen sortiert, gruppiert das Programm die einzelnen Studis zueinander – und wer wissen will, wer denn noch so da ist, findet per Klick zur Studentin, die sich am anderen Ende der Republik mit gleichen Fragen beschäftigt hat. Gleiche Fragen, das heißt im StudiVZ in der Regel: ‚Bist du Single?‘, ‚Auf der Suche?‘ oder ‚Nimmst du an der Miss-Wahl teil?‘ Wissenschaft? Hochschulpolitik? Fehlanzeige. (…)

Dass in diesem Gewusel ein paar solide Infos über Studiengebühren, Abbrecherquoten und Asta-Adressen ein seriöser Service wären, leuchtet ein. Die Jungunternehmer allerdings rechnen anders: Sie wollen dem fzs zwar gestatten, Content einzupflegen – erwarten dafür jedoch eine ‚Gegenleistung‘. Asten und Studierendenräte sollen in der ganzen Republik Flyer fürs StudiVZ verteilen. Kostenlos. So würden die Grabbel-Netzwerker doppelt profitieren. Zum einen würden die Studierendenvertreter mit ihrem seriösen Ruf das Flirtportal aufwerten, gleichzeitig halten sie im ganzen Lande als Werbeträger her. (…)“

(taz: „Studirevoluzzer wollen ins Prollnetz“, 06.12.06)

Zwar berichtet Martin auch von Gegenstimmen innerhalb des fsz, die von einer solchen Kooperation wenig halten, durchzusetzen scheint sich aber wohl die Fraktion, die immer noch optimistisch ist, mit StudiVZ zusammenarbeiten zu können.

Der fsz war in der linken Studentenschaft schon immer umstritten (so gilt z.B. das Verhältnis zum AStA FU traditionell als angespannt), aber mit einer solchen Kooperation würde der fsz sicherlich einen weitergehenden Imageverlust erleiden, der dann endgültig seine „Kernkompetenz“, den Kampf gegen Studiengebühren, zu überlagern droht.

Sicherlich, im besten Fall könnte eine Kooperation zwischen StudiVZ und fsz auch dazu führen, dass es StudiVZ gelingt seriöser herüberzukommen und auch AnhängerInnen im linken, politisch aktiven Studi-Milieu zu finden. Zu befürchten steht aber, dass diese Seriösität nur oberflächlich wäre und StudiVz auch weiterhin das „Prollnetz“ (taz) bleibt, das es momentan ist. Kritische Studierende würden das schnell durchschauen, das Negativimage von StudiVZ auf den fsz überspringen.

Vielleicht findet dieses Problem aber ja auch eine „natürliche Lösung“, weil StudiVZ endgültig untergeht bevor es tatsächlich zu einer Kooperation mit dem fsz kommt.

Eine Antwort to “fsz will mit StudiVZ kooperieren”

  1. StudiVZ und fsz werden doch nicht kooperieren « FUwatch Says:

    […] Wie unlängst berichtet, plante der “freie zusammenschluss von studentInnenschaften” (fsz) nach Angaben der taz eine Kooperation mit dem umstrittenen Studierendenportal “StudiVZ”. Jörg-Olaf Schäfers hat daraufhin beim fsz mal nachgefragt, ob man zu dieser Kooperationsvereinbarung immer noch steht. Hier ein Auszug aus der Antwort die er erhielt: “(…) In einem Gespräch Ende dieser Woche wird den Betreibern von StudiVZ dargelegt werden, wie der fzs die Vorwürfe gegen StudiVZ bewertet und das wir von einer Zusammenarbeit unter den gegebenen Umständen absehen werden. […]

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