Email-Funktion des Campus Managements wird bisher wenig genutzt

Das Studienbüro des FB PolSoz hat eine (relativ) neue Seite zum Campus Management eingerichtet, auf der sich Lehrende wie Studierende über den aktuellen Stand des Systems informieren können. Anhand von Screenshots in gruseliger Qualität wird den Dozierenden noch einmal die Eingabe von Noten und die Teilnahmebestätigung erklärt. Daneben werden aber auch Features beschrieben, die bisher von kaum einem Lehrenden genutzt werden, wie z.B. die Möglichkeit alle TeilnehmerInnen (oder einen einzigen) einer Lehrveranstaltung per Email anzuschreiben.

„Sie können Studierenden direkt aus der Teilnehmerliste Ihrer LV in Campus Management eine Mail senden, indem Sie auf den Namen des/der Studierenden klicken (einzelne Mail) oder allen TeilnehmerInnen Ihrer Lehrveranstaltung gleichzeitig eine Mail schicken, indem Sie auf den Link unter der Liste klicken ‚E-Mail an alle Teilnehmer senden‘ (die Adressen sind in der Mail im Bcc)“ (Informationen für Lehrende)

Ich bin zur Zeit in mehreren Lehrveranstaltungen, in denen der/die Dozierende regelmässig eine Rundmail an alle TeilnehmerInnen versendet, hier wäre die Benutzung dieser in CM integrierten Email-Funktion wirklich sinnvoll.

Denn wer kennt es nicht, das Ritual am Beginn eines jeden Semesters: Der/die Lehrende lässt Listen herumgeben, auf denen sich jedeR TeilnehmerIn auch mit ihrer/seiner Emailadresse eintragen soll. Danach kann der/die Dozierende jedoch ungefähr ein Viertel der Adressen nicht richtig entziffern (oder er/sie ist ganz einfach unkonzentriert), so dass zu Beginn jeder Sitzung erst mal eine kleine Diskussion gestartet wird, wer warum die letzte Email nicht erhalten hat. Der/die Dozierende nennt die Namen derjenigen TeilnehmerInnen, von deren Emailadressen er/sie nur eine Fehlermeldung bekam. Doch jede Wette, es sind von den genannten gerade in dieser Sitzung nicht alle da, weswegen die korrekten Emailadressen wieder unbekannt bleiben. Dafür sind neue KommilitonInnen hinzgestoßen, die sich nun auf der Liste eintragen müssen und deren Adressen dann zum Teil wieder nicht korrekt entziffert werden können. Andere Studierende beschweren sich nach drei Wochen bei dem/der Dozierenden, dass sie immer noch die Rundmails erhalten, obwohl sie doch schon nach der ersten Sitzung wieder aus der Lehrveranstaltung ausgestiegen sind, etc. pp.

Dieses nervtötende Theater könnte man in der Tat dadurch unterbinden, dass der/die Dozierende über CM einfach alle TeilnehmerInnen seiner/ihrer Lehrveranstaltung anmailt. Natürlich gibt es hier ein paar Probleme, die man in den Griff kriegen müsste:

  1. Entgegen allen Aufforderungen liest immer noch nur eine Minderheit der Studierenden Emails, die über den eigenen ZEDAT-Account laufen. Die meisten bleiben bei GMX, web.de, Gmail, etc. und rufen ihre ZEDAT-Mailbox wenn überhaupt dann nur sehr selten ab. Dieses Problem würde sich aber wohl von selbst lösen: In dem Moment, wo über den ZEDAT-Account auch LV-relevante Informationen laufen (Organisatorisches, Literaturhinweise, angehängte Artikel, etc.), würde er zwangsläufig intensiver durch die Studierenden genutzt.
  2. Dieses System würde all diejenigen ausschließen, die das Glück haben noch nach einer Studienordnung zu studieren, die kein CM vorsieht, oder die aus anderen Gründen nicht vom CM erfasst werden. Hier müsste man dann in der Tat auf altbewährte Methoden zurückgreifen und die Betroffenen müssten ihre Emailadressen dem/der Dozierenden „manuell“ mitteilen.
  3. Die Versendung als BCC erlaubt zwar eine Mail des Dozierenden an alle, aber nicht die Antwort eines einzelnen an den/die Dozierenden und alle anderen TeilnehmerInnen. Manchmal ist es durchaus sinnvoll, nicht nur dem Dozierenden auf seine Rundmail zu antworten, sondern auch gleich den anderen KommilitonInnen zu antworten, die mit einem zusammen dieselbe LV besuchen. Natürlich hat die Versendung über BCC ihre Berechtigung und ist eigentlich ein Muss in jeder zivilisierten Email-Kommunikation, in der eine Person eine Mail an mehrere andere Personen zugleich versendet (Begründung exemplarisch z.B. hier). Dies könnte man am besten durch eine Mailing-Liste-Funktion innerhalb von CM lösen, die es nicht nur dem Dozierenden, sondern auch jedem/jeder anderen TeilnehmerIn erlauben würde, mit allen anderen in der LV zu kommunizieren ohne dass sich die einzelnen Adressen alle sichtbar in der To-Zeile des Mailheaders tummeln würden.
  4. Nicht jedeR Dozierende ist bereit, das CM öfter als zu den notwendigen Eintragungen am Ende eines Semesters zu nutzen. Das stimmt zwar, doch die Wahrscheinlichkeit, dass er/sie eine in CM integrierte Mailfunktion nutzt ist höher, als dass er/sie sich den Aufwand macht für die LV einen Account im Blackboard oder in den Yahoogroups einzurichten. Blackboard ist eine optionale Kommunikationsmöglichkeit, die Dozierenden sind nicht verpflichtet sie einzusetzen. Ums CM kommen sie dagegen i.d.R. nicht herum. Was zwar bedauerlich sein mag, aber wenn sie sich ohnehin schon mit dem System auseinandersetzen müssen (unter anderem für die Noteneingabe und Teilnahmebestätigung), dann können sie es auch gleich zum Mailen an alle TeilnehmerInnen verwenden.

Bei aller Kritik am Campus Management sollte man doch die positiven „Nebenerscheinungen“ die die Einführung des System mitbringt nutzen. Dazu zählt sicherlich auch die Möglichkeit für Dozierende und hoffentlich bald auch Studierende innerhalb einer LV als Gruppe bequem via Email miteinander kommunizieren zu können ohne den nervigen und nicht selten auch zeitraubenden Aufwand, handschriftlich Listen mit den nötigen Emailadressen führen zu müssen. So trivial eine solche Funktion auch sein mag, für den virtuellen Informationsaustausch innerhalb eines Seminars ist sie essentiell.

Datenschutztechnisch wäre zu sagen, dass in dem System die Emailadresse eines Einzelnen nur in dem Moment bekannt wird, in welchem er sich entschließt zu partizpieren und an alle zu schreiben. Beschränkt er sich auf die Rolle des Empfängers von Informationen, bleibt seine Emailadresse allen (außer dem/der Dozierenden in ihrer/seiner Funktion als „Mailing Listen Administrator“ vielleicht) verborgen.

In Zukunft soll es ja ohnehin das „Einheitsportal“ an der FU geben, wo es dem Studierenden idealtypisch nicht nur möglich ist, allen anderen SeminarteilnehmerInnen zu mailen, sondern (hoffentlich) z.B. auch einzusehen wer sich außer ihm noch für dieselbe Referatsgruppe eingetragen hat, wie man diese Personen erreicht, usw. Ob der Studierende dabei „gläsern“ wird, hängt entscheident vom Rechtemanagement ab. Solange dem Studierenden selbst die Kontrolle darüber obliegt, wer welche seiner Kontaktinformationen einsehen kann, sollte es da eigentlich kein Problem geben.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

8 Antworten to “Email-Funktion des Campus Managements wird bisher wenig genutzt”

  1. Überblicksseite SAP Campus Management « FUwatch Says:

    […] 14.11.06: Email-Funktion des Campus Managements wird bisher wenig genutzt […]

  2. Ahmet Says:

    :) netter eintrag. also was das portal angeht: da sollen die studenten schon völlige kontrolle haben. beispiele wie studivz und openbc (bzw xing) gibts ja im netz. denkt mehr „web 2.0“ und weniger hierarchisch, was unsere bemühungen angeht.

  3. BlackJack Says:

    Mailinglisten gibt’s auch bei Spline: http://lists.spline.inf.fu-berlin.de/

    Bedingungen: Beim Einrichten der Liste muss man sich im Campus-Netz befinden und man muss als Listen-Admin eine *.fu-berlin.de Mailadresse angeben.

    Damit umgeht man Datensammelwut und Werbung von Yahoo!-Groups & Co.

  4. Niklas Says:

    @Jack:

    Gerade noch so aus dem Akismet-Filter gefischt, keine Ahnung wieso (ich hab’s eigetnlich extra so eingestellt, dass eine URL im Kommentar noch kein Grund für eine Ausfilterung ist).

  5. Ahmet Says:

    passend zu deinem studivz gruschelt sich in den sumpf artikel: dinge wie datenschutz, rechtemanagement usw. sind bei uns natürlich sehr wichtig. details kann ich wie immer nicht verraten, aber das sollte nicht zu spekulationen eurerseits führen.

    in dem sinne noch ein kommentar zu der e-mail funktionalität… also tut mir leid, aber das Studienbüro ist doch nicht am Projekt dran – Leiter ist Herr Pape und wer sich informieren will, sollte doch bitte die FAQs des Projekts lesen und nicht etwas, was andere verzapfen. Die offiziellen Quellen sind nach wie vor die besten…

    http://www.fu-berlin.de/campusmanagement/n9FAQ/index.html

    Grüße,
    a.

  6. Niklas Says:

    || passend zu deinem studivz gruschelt sich in den sumpf artikel:
    || dinge wie datenschutz, rechtemanagement usw. sind bei uns
    || natürlich sehr wichtig. details kann ich wie immer nicht verraten,
    || aber das sollte nicht zu spekulationen eurerseits führen.

    Würdet ihr euer Handeln transparent machen, gäbe es auch nicht so viele Gerüchte. Darüber hinaus ist ja nicht alles Gerücht. Als ich etwa neulich in meinem eLearning-Vortrag Dein Studierendenportal vorgestellt habe (dessen Einführung ich persönlich begrüße), war das Entsetzen groß: So viele bisher autonome Systeme aneinanderzukoppeln sei zwar durchaus bequem, aber datenschutztechnisch der absolute Horror.

    Reine Paranoia? Nicht ganz, als Beispiel diente der Gegenseite das Verhalten der FU bei der Post-9/11 Rasterfahndung, da hat die Leitung in vorauseilendem Gehorsam Daten ausgespukt, obwohl es dafür gar keine rechtliche Grundlage gab. Kurzum: Es wird der FU-Verwaltung abgesprochen, mit den Daten der Studierenden wirklich vertraulich umzugehen. Nicht weil dies technisch nicht möglich wäre, sondern weil es politisch gar nicht gewollt sei. Unter diesen Vorzeichen sehen viele der Zusammenlegung diverser Dienste / Accounts / Daten unter einer zentralen ID skeptisch entgegen.

    || in dem sinne noch ein kommentar zu der e-mail funktionalität…
    || also tut mir leid, aber das Studienbüro ist doch nicht am Projekt
    || dran – Leiter ist Herr Pape und wer sich informieren will, sollte
    || doch bitte die FAQs des Projekts lesen und nicht etwas, was
    || andere verzapfen. Die offiziellen Quellen sind nach wie vor die
    || besten…

    Was konkret ist denn an der Darstellung des Studienbüros falsch? Dort wird von der Möglichkeit berichtet, dass der Dozierende über das Campus Management auch die Möglichkeit hat, einzelne oder mehrere Studierende die sich für seine Lehrveranstaltung angemeldet haben, anzumailen (was durchaus Sinn macht, es ging hier nur um die konkrete Ausgestaltung dieses Features). In der offiziellen FAQ finde ich zu diesem Feature gar nichts, worauf willst du also hinaus, dass es eine solche Email-Funktion in CM gar nicht gibt?

  7. acar Says:

    „Würdet ihr euer Handeln transparent machen, gäbe es auch nicht so viele Gerüchte.“

    Wie man sieht, sind wir dabei, genau dies zu tun (umfrage ;)

    „Was konkret ist denn an der Darstellung des Studienbüros falsch? (…) worauf willst du also hinaus, dass es eine solche Email-Funktion in CM gar nicht gibt?“

    Das CM ist nicht zur Kommunikation im Kurs gedacht – dafür ist das LMS da. Die E-Mail Funktion soll nur zu administrativen Zwecken genutzt werden, aber nicht um Hausarbeiten zu verteilen usw.

    Ideal wäre es natürlich, mails zentral zu verschicken und sie gemäß ihrem Zweck dem CM oder dem LMS zuzuordnen.

    Meine Kritik zielte auf den Sinn der Systeme (und somit die Nutzungsweise ihrer Funktionen) ab, nicht auf die Funktionalität selbst.

  8. Niklas Says:

    || Das CM ist nicht zur Kommunikation im Kurs gedacht – dafür ist
    || das LMS da. Die E-Mail Funktion soll nur zu administrativen
    || Zwecken genutzt werden, aber nicht um Hausarbeiten zu verteilen
    || usw.

    Schon klar, allerdings wird nun mal nicht in jeder Lehrveranstaltung Blackboard eingesetzt. Beim CM habe ich als Dozierender dagegen immer die Gewißheit, das jedeR (oder wenigstens fast jedeR, siehe Punkt 2. oben) der/die in meiner Lehrveranstaltung ist, auch im CM auftaucht. Ich kann so bequem alle Studierenden meines Kurses per Email erreichen.

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