Ein bisschen politisch ist es noch

Wie angekündigt, lief gestern ein Beitrag über das OSI im ARD-Magazin „Bericht aus Berlin“ mit dem Titel „Das OSI – wie politisch ist die einstige 68er Hochburg?“ Textauszüge gibt es hier, den kompletten Beitrag als Video bekommt man hier.

Die Quintessenz des Beitrags ist wenig überraschend und bietet keinerlei neue Erkenntnisse. Natürlich sind die OSIaner auch heute noch politsch und natürlich hat das trotzdem nicht mehr viel mit der „guten alten Zeit“ gemein. Der Studierende von heute ist ein Pragmatiker, versucht sein Studium möglichst schnell hinter sich zu bringen. Davon gibt es Ausnahmen, doch die bilden die Minderheit. Doppelnamenaufgeber Risse kommt zu Wort und formuliert es wie folgt:

„Das neue Politikverständnis der Studierenden drückt sich darin aus, dass man sich weniger für Kampagnen mobilisieren lässt, weniger ideologisch irgendwelchen Parolen hinterherläuft, dafür aber mit sehr viel mehr Geduld und mit sehr viel mehr Ausdauer sich auf bestimmte Themen konzentriert und die dann auch wirklich systematisch verfolgt.“ (in: Bericht aus Berlin, 22.10.06)

Als Gegenpart darf Gesine Schwan das Wort ergreifen und die „Entpolitisierung bei Professoren und Professorinnen“ anprangern.

Eine OSI-Absolventin kommt auch zu Wort und wertet es als Erfolg, dass eine von ihr mitorganisierte Mahnwache vor dem AA dazu geführt hat, dass man sie und ihre Gruppe zum Referenten für Nahostpolitik des Auswärtigen Amtes vorgelassen hat:

„Das macht natürlich auch das Engagement viel, auch befriedigender, wenn man da auf der anderen Seite steht und feststellt, da passiert tatsächlich was und man wird gehört, als wenn man mit vielen Leuten auf der Straße steht.“ (ebd.)

Ja, so ist das mit den modernen OSIanern, erst stehen sie in der Kälte, dann kriechen sie vor Dankbarkeit auf den Knien wenn sich der Herr Referent aus dem AA in seiner unendlichen Großzügigkeit dazu herablässt, die Mahnenden zu hören. Der Erfolg besteht unterm Strich dann darin, das AA mal von innen gesehen zu haben. Herzlichen Glückwunsch.

P.S: In einem heute erschienenden Telepolis Interview mit Prof. Dr. Michael Hartmann heißt es:

Telepolis: Es fehlt also eine neue 68er-Bewegung?

Michael Hartmann: Die wird es so nicht mehr geben, weil sich die Rahmenbedingungen völlig verändert haben. Was fehlt, ist eine soziale Bewegung, die sämtliche Bereiche der Gesellschaft umfasst und die Widersprüche bündelt. Sie müsste eine Antwort auf die generelle Spaltung der Gesellschaft finden, die in der Exzellenzinitiative nur zum Ausdruck kommt.“

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