OSI am Freitag besetzt

Studierende der FU Berlin haben am gestrigen Freitag das Otto-Suhr-Institut besetzt. In einer Pressemitteilung heißt es, der Protest richte sich gegen die „Exzellenz-Initiative“ (siehe hier und hier) an der FU:

„Sie [die Studierenden] sehen den Wettbewerb um Elite-Universitäten und die damit in Aussicht stehende Förderung im Einklang mit Flächen deckenden Kürzungen, fortgeführter sozialer Selektion und wissenschaftlicher Verknappung im gesamten Hochschulbereich.“

Offenbar sollte am Freitag eine Begutachtung des OSIs im Rahmen der Initiative stattfinden, was nach Darstellung der AktivistInnen durch die Besetzung verhindert werden konnte:

„Die Studierenden blockierten den gesamten Institutsbereich und die Hörsäle mit Tischen und Stühlen und hissten Plakate und Transparente. Damit verhinderten sie die Begutachtung des Instituts im Rahmen der so genannten ‚Exzellenz-Initiative‘.“

Der Pressemitteilung zu folge war das Universitätspräsidium bereits Tage zuvor verunsichert worden, als zunehmend durchsickerte, dass es Proteste am Tag der Begutachtung geben sollte. Daraufhin habe das Präsidium das OSI in der Nacht zum Freitag polizeilich absichern lassen, Polizisten in Zivil und Streifenwagen sollen bis Freitagmorgen patroulliert haben.

Nach Informationen der taz jedoch vergeblich, denn die berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass die AktivistInnen offenbar von Donnerstag auf Freitag im Institut übernachtet hatten. So konnten sie das Institut mit Stühlen und Tischen verbarrikadieren. Die taz schreibt aber auch, dass die geplante Begehung nur ein Gerücht gewesen sei, es sei überhaupt nicht sicher, dass sie wirklich am Freitag stattfinden sollte:

„Den Erfolg ihrer Aktion können die Studierenden bisher nicht beurteilen – schließlich wissen sie nicht mit Sicherheit, ob die Begutachtung des OSIs gestern tatsächlich geplant war. Goran Krstin, Pressesprecher von FU-Präsident Dieter Lenzen, bestritt gestern Nachmittag, dass eine Begehung des OSIs vorgesehen sei.“

Sollte es jedoch tatsächlich schon im Vorfeld eine polizeiliche Sicherung des Gebäudes gegeben haben, kann dies als Beweis gewertet werden, dass eine Begehung am Freitag geplant war. Denn wozu die Sicherung, wenn doch angeblich gar keine Begehung anberaumt war?

Von der geplanten Besetzung wusste die Mehrheit der OSI-Studierenden vorher nichts. Es gab zwar ominöse gelbe Flyer mit Datum, Ort und einem Spruch, der aber nicht so ohne weiteres zu entschlüsseln war. Wer wissen wollte um was es geht, musste schon vor Ort erscheinen. Einerseits ist es natürlich nachvollziehbar, dass die AktivistInnen nicht an jeden Baum nageln wollten, was ihre Pläne sind, andererseits konnten ihre KommilitonInnen sie aber so auch nicht bei ihrem Unterfangen unterstützen, da sie von nichts wussten (zumindest hätte man ja Andeutungen auf die Flyer drucken können).

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Eine Antwort to “OSI am Freitag besetzt”

  1. Ewiges Mysterium Exzellenz-Begehung « FUwatch Says:

    […] der Begehung am OSI mit einer kurzfristig durchgeführten Besetzung des Instituts zuvor (siehe “OSI am Freitag besetzt”). Das FU-Präsidium bestritt damals jedoch, dass überhaupt eine Begehung an eben diesem Freitag am […]

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