Die FU Berlin plant den Einsatz von RFID

Der AStA berichtet in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung, dass die Einführung von RFID-Chipkarten zur Zutrittskontrolle für Gebäude und Räume an der FU kurz vor der Umsetzung steht:

„Die beim Einsatz der Technik zwangsläufig entstehenden Datenspuren von Studierenden und MitarbeiterInnen ermöglichen eine umfangreiche Überwachung und Kontrolle – bis hin zur elektronischen Anwesenheitsüberprüfung und Erstellung von Bewegungsprofilen.

[…] Der AStA befürchtet zudem, dass der Einsatz von Chipkarten als Zutrittsberechtigung zu Gebäuden und Räumen zukünftig dazu genutzt werden könnte, bestimmte Angebote nur noch einem Teil der Studierenden zur Verfügung zu stellen, wodurch Wissen monopolisiert, statt breiten Teilen der Gesellschaft der Zugang dazu ermöglicht würde“

Man ist der orwell’schen Überwachungsuniversität also wieder ein Stück näher gekommen. Der digitalisierte Studierende kann nur noch an der Lehrveranstaltung teilnehmen, wenn das System ihn als anwesenheitsberechtigt erkennt. Und wenn das der Fall ist, dann passt das System auf, dass er auch wirklich immer anwesend ist.

Auch diese „Innovation“ wurde natürlich mal wieder durch die Hintertür eingeführt. Der AStA schreibt von der bevorstehenden Einführung erst kürzlich und zufällig erfahren zu haben. „Die Universitätsleitung hat die Gremien der akademischen und studentischen Selbstverwaltung bisher nicht über das Projekt informiert. Wichtige Entscheidungen werden im stillen Kämmerlein getroffen und den Gremien höchstens noch zum Abnicken vorgelegt.“ (Jenny Simon, Hochschulpolitische Referentin des AStA).

Zudem dürfte eine flächendeckende Einführung von RFID nicht ganz billig sein. Aber wir haben’s ja… spätestens wenn dann im nächsten Schritt die Studiengebühren kommen.

Update 15.05.06

Ronny hat beim Datenschutzbeauftragten um Auskunft gebeten und die Antwort im LHG Blog veröffentlicht. Nicht mal der weiß aber zur Zeit genaues.

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3 Antworten to “Die FU Berlin plant den Einsatz von RFID”

  1. Hobbes vs Boyle Says:

    Das sind ja leider sehr magere Informationen vom AStA. Man weiß nicht, wo die Schlösser eingesetzt werden sollen, wer Zugangskarten bekommt, wie die Technik genau aussieht etc. Aber angesichts der berichteten Informationspolitik wissen sie wohl selbst nicht mehr.

    Und unschön klingt es allemal (auch wenn ich als ehemaliger StuMi ein Lied über das Chaos bei der Schlüsselverwaltung singen kann…).

  2. DEFO-Blog Says:

    manueller Trackback:

    Hier kommst Du nicht rein! – RFID an der FU!?

    Was Metro und/oder FIFA billig ist, scheint der FU nur recht sein zu müssen:

    Laut einer Mitteilung des AStAs

    … steht die Einführung von Chipkarten mit RFID-Technologie zur Zutrittskontrolle für Gebäude und Räume kurz vor der Umsetzung. Im ersten R

  3. DEFO-Blog Says:

    manueller Trackback;

    Kurznotizen aus dem AS (Folge 633)

    Am Mittwoch, dem 17.05.2006 hat der AS wieder getagt: Fragestunde Umfang der Zulassungsordnung WS 2006/2007 Einrichtung des weiterbildenden Masters „Politik und deutsche Nachkriegsgeschichte“ / Zulassungsordnung Änderung der Zulassungsordung für den M…

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