Geben Sie Olga wieder frei!

Das „Projekt Campus Management“ stellt Lehrenden seit neustem drei interaktive Flash-Animationen zur Verfügung bei denen die Dozierenden auch selbst den Umgang mit dem neuen System üben können. Die Funktionen „Vertretung“, „Teilnahme“ und „Noteneingabe“ werden ausführlich dokumentiert.

„Ordnen Sie sich nun Olga zu“

Bei der Noteneingabe muss der Lehrende zunächst leisten, was eigentlich auch der Studierende zu Beginn des Semesters selbst festlegen sollte, nämlich um welchen Typ von Prüfungsform (Klausur, Hausarbeit) es geht. Damit nicht genug, „ggf.“ muss der Dozierende auch den Titel von jeder Hausarbeit eingeben. Absolutes Highlight ist jedoch die Option „Prüfling abgeben“, falls der Dozierende sich dem „Prüfling“ versehentlich zugeordnet hat. Sprachlich verkommt der Studierende so endgültig zur Ware, die der Dozierende erwirbt oder eben wieder „abgibt“. Beim Sichern hat der Dozierende die Wahl zwischen „Vorläufig sichern“ und „definitiv sichern“. Bei letzterer Variante kann er/sie dann selbst nichts mehr ändern, hier hilft bei einer versehentlichen Falscheingabe dann nur noch das Prüfungsbüro.

„Sie bemerken erst jetzt, dass Sie sich Quinta fälschlicherweise zugeordnet haben. Geben Sie sie wieder frei“

Bei der Teilnahme wird zwischen „Aktiver Teilnahme“ und „Regelmässiger Teilnahme“ unterschieden. So kann einem Studierenden theoretisch die regelmässige Teilnahme bescheinigt werden, aber nicht die aktive (und vice versa). Natürlich muss er/sie beide Kriterien erfüllen, um die entsprechenden Leistungspunkte für das jeweilige Modul zu bekommen. Auch hier wird in der interaktiven Flash-Animation betont, dass nach dem endgültigen Sichern der Daten keine Änderungen mehr möglich sind. Und zwar mit folgender Begründung:

„Die von Ihnen freigegeben Eingaben erscheinen nun ausgegraut und können von Ihnen nicht mehr verändert werden, da sie von der/dem jeweiligen über ihre Weboberfläche bereits eingesehen werden können.“

Es wird also suggeriert, der Studierende könne die Noten / die Teilnahmebescheinigung sofort einsehen, nachdem der Dozierende sie endgültig gespeichert hat. Die Praxis sieht wohl zur Zeit noch etwas anders aus. Tatsächlich scheint überhaupt niemand einmal eingegebene Daten einsehen zu können. Ronny beschrieb als Kommentar in einem anderen Eintrag in diesem Blog unlängst folgendes Szenario:

„Wenn ich Daphne Stelter vom Prüfungsbüro im Colloquium von Zeuner richtig verstanden habe, konnten weder Dozent/inn/en noch das Prüfungsbüro die eingetragenen Noten einsehen. Das deckt sich mit der Aussage von Claudio Franzius, das eine Kollegin alle Noten eingetragen habe und nach dem Speichern alles verschwunden sei (weshalb ich von ihm einen Papier-Schein erhalten habe). Frau Stelter hat allen, die sich in sehr naher Zukunft zum Diplom anmelden, ihre Scheine noch in alter Form geben zu lassen. Schöne heile Welt der Online-Verwaltung…“

Kein Einzelfall, auch andere DozentInnen sollen festgestellt haben, dass ihre Eingaben nach dem Speichern schlicht weg verschwunden waren. Denn selbst wenn die Daten nicht mehr zu ändern sind, müsste sie der jeweilige Dozierende doch zumindest noch einesehen können. Wenn nun aber weder Dozierende, noch Studierende und nicht mal die so genannten „Key-User“ im Prüfungsbüro die eingegeben Noten einsehen können, dann vielleicht ganz einfach deshalb, weil diese nie wirklich erfasst wurden, sondern mit dem Abspeichern im virtuellen Nirvana verschwunden sind. In jedem Fall ist aber die Ansage, dass die StudentInnen ihre Ergebnisse unmittelbar nach der Eingabe durch die Lehrenden einsehen können, reines Wunschdenken.

„Das war nicht richtig.“

Während die Bestätigungen aus dem letzten Semester noch auf sich warten lassen, wird die Dozentenschaft schon für Höheres ausgebildet. So erlaubt ihnen eine dritte Funktion innerhalb des Campus Managements, VertreterInnen festzulegen. In der entsprechenden Flash-Animation, durch die der/die interessierte DozentIn mit Zuspruch („Genau!“ „Sehr gut!“) und Tadel („Das war nicht richtig“) gelotst wird, erfährt man dass es sowohl für die Teilnahmedokumentation als auch die Noteneingabe eine Vertretungsoption gibt.

Selbstredend ist es nicht der Studierende, der sich im Seminar von jemandem vertreten lassen kann, sondern nur der Dozierende, dem der ganze Eingabe-Proporz zu viel wird und der dann kurzerhand einen Kollegen / eine Kollegin bittet, dies zu erledigen. Vermutlich wird dies die CM-Lieblingsfunktion der Dozierenden.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

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