Zur Platzbeschränkung via Campus Management

[Update 25.05.06: Zweite, komplett restrukturierte Version dieses Eintrags]

[2. Update 29.08.06: Platzbeschränkung funktionierte offenbar doch; Problemstellung bleibt; Details hier]

Eine der Sorgen der Studierenden die mit der Einführung des Campus Managements an der FU einher ging lautete, dass es nun deutlich mehr platzbeschränkte Lehrveranstaltungen als bisher geben würde. Die Annahme war, dass das CM eine effizientere Durchsetzung von Teilnahmebeschränkungen erlauben würde, was dazu führen würde, dass diese sukzessive auch auf bisher von Platzbeschränkungen unberührte Lehrveranstaltungen ausgedehnt würde.

Konnte man bis dato einen Dozierenden vielleicht noch überzeugen, auf „eigene Faust“ mehr Studierende als eigentlich vorgesehen für die Lehrveranstaltung zuzulassen, so würde dies nicht mehr möglich sein, wenn die Teilnehmerbeschränkung von „oben“ via Campus Management durchgesetzt würde. Denn wer nicht über das CM für die Lehrveranstaltung angemeldet ist, kann dort auch keine Leistung erbringen, egal was eine „untergeordnete Instanz“ dazu sagt.

Am OSI wurden jedoch bis auf einige Ausnahmen noch keine weiteren Teilnehmerbeschränkungen für Lehrveranstaltungen eingeführt (bis jetzt). Schwierig wird es, wenn OSI-Studierende sich für Lehrveranstaltungen in anderen Instituten / Fachbereichen anmelden, dort treffen sie nicht selten auf bestehende Platzbeschränkungen.

So ergab sich in diesem Semester für eine Lehrveranstaltung die vom LAI angeboten wurde folgende Konstellation: die Veranstaltung wurde sowohl für Studierende vom OSI wie vom LAI angeboten, sie wurde jedoch auch als auf 40 TeilnehmerInnen beschränkt ausgewiesen. Von dieser Platzbeschränkung bekamen zumindest die OSI-Studierenden bei der Anmeldung über das Campus Management nichts mit, dort wurde die Lehrveranstaltung nicht als platzbeschränkt geführt. So meldeten sich deutlich mehr als 40 Studierende für die Veranstaltung an, darunter gut 80% OSI-Studierende.

Das Problem löste sich dadurch, dass die LAI-Leitung die Platzbeschränkung offiziell aufhob (wobei nicht die Überbuchung im CM dafür ausschlaggebend war, von der die Leitung vielleicht gar nichts wusste, sondern einfach die Tatsache, dass deutlich mehr Studierende als geplant in die Veranstaltung kamen und man diese nicht einfach wieder wegschicken wollte). Doch was wenn sie darauf insistiert hätte, dass die Beschränkung aufrecht erhalten bleibt? Wäre das überhaupt möglich gewesen und wenn ja, was wäre dann mit den „überschüssigen“ Studierenden passiert, die sich schon erfolgreich über das CM angemeldet hatten? Wären diese dann per Zufallsverfahren wieder aus der Lehrveranstaltung „herausgebucht“ worden?

Vermutlich würde sich nicht jedes Institut oder jeder Fachbereich in einer ähnlichen Situation so „kulant“ zeigen und die Beschränkung wieder aufheben. Stattdessen könnten die entsprechenden Entscheidungsträger in Zukunft auch sagen, dass man einfach nicht mehr als die ursprünglich festgelegte Anzahl von Studierenden in die Lehrveranstaltung aufnimmt, während es gleichzeitig von „oben“ heißt, man könne Studierende nicht einfach wieder aus einer Lehrveranstaltung (LV) herausbuchen, wenn diese sich einmal erfolgreich für die LV via Campus Management anmelden konnten – selbst wenn es sich dabei um einen Fehler gehandelt hat.

Kurzum, es geht hier um die Frage, wer im Zweifelsfall eigentlich das letzte Wort hat, die „regionale Macht“ (ein Institut, ein Fachbereich, etc.) die bei der Planung des Semesters eine Platzbeschränkung festgelegt hat oder die „überregionale Macht“ (das Campus Management als Instrument zur Durchsetzung eines campusweit-einheitlichen Standards) in welchem diese Platzbeschränkung aus welchen Gründen auch immer für Studierende zu keinem Zeitpunkt ersichtlich war.

Das Interessante an diesem Szenario ist, dass hier die Platzbeschränkung nicht wie befürchtet mittels Campus Management durchgesetzt würde, sondern gerade umgekehrt das Campus Management durch einen Fehler zu einer Art „Schutzpatron“ der Studierenden mutieren könnte. Ob ein solcher für die Studierenden positiver Fehler im Zweifelsfall auch bestand haben würde, ist dann aber eine andere Frage.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

7 Antworten to “Zur Platzbeschränkung via Campus Management”

  1. Anonymous Says:

    Das mit der „Schutzmacht Campus Management“ wär ja schön. Allein: Als ich mich Anfang des Semesters bei CM für ein platzbeschränktes Seminar am LAI angemeldet habe, war die Beschränkung auf 40 Teilnehmende ganz ordnungsgemäß vorgesehen (und dennoch noch massig Plätze frei, aber das ist für die grundsätzliche Frage ja wurscht). Vielleicht wurde die Platzbeschränkung ja bei dir einfach nur nicht angezeigt? Was mich bei CM nicht weiter wundern würde.

  2. Niklas Says:

    || Als ich mich Anfang des
    || Semesters bei CM für ein
    || platzbeschränktes Seminar
    || am LAI angemeldet habe, war die
    || Beschränkung auf 40 Teilnehmende
    || ganz ordnungsgemäß vorgesehen
    || (und dennoch noch massig Plätze
    || frei, aber das ist für die
    || grundsätzliche Frage ja wurscht).
    || Vielleicht wurde die
    || Platzbeschränkung ja bei dir
    || einfach nur nicht angezeigt? Was
    || mich bei CM nicht weiter wundern
    || würde.

    Das wäre natürlich denkbar. Bei mir gab es eine solche Kennzeichnung für die besagte Veranstaltung jedenfalls nicht. Denn sonst hätte in der Lehrveranstaltungs-Auflistung ja z.B. „15 / 40“ gestanden (oder „15 von 40“). Bei mir stand aber nur eine Zahl, nämlich die Anzahl derjenigen, die sich bereits für die Veranstaltung eingeschrieben hatten. Sieht man sich die Details der Lehrveranstaltung an, wird dort m.E. auch noch mal explizit erwähnt, dass die Lehrveranstaltung platzbeschränkt ist, auch davon war bei mir nichts zu sehen. Später wurde die Platzbeschränkung wie beschrieben ja ohnehin aufgehoben, aber alle die sich wie ich davor schon angemeldet hatten, hätten die Beschränkung eigentlich noch sehen müssen.

    Vielleicht war es tatsächlich nur ein Anzeigefehler. Die Frage ist, ob der im Falle eines Falles dann bei Erreichung der maximalen TeilnehmerInnen-Anzahl aufgeflogen wäre oder ob ich mich dann nicht doch als 41. hätte anmelden können, weil der Fehler tiefgreifender ist und nicht nur eine falsche Anzeige betrifft. Dann wäre man sozusagen ein „VIP-Student“, der sich aufgrund eines Fehlers auch noch in platzbeschränkte Lehrveranstaltungen einschreiben kann, selbst wenn deren offizielles Limit erreicht ist. Denkbar wäre auch, dass es vom Studiengang abhängig ist, ob die Platzbeschränkung ausgewiesen wurde oder nicht (was auch nicht richtig wäre). Vielleicht war es aber auch einfach nur Zufall.

  3. M.B. Says:

    Zitat: „So meldeten sich deutlich mehr als 40 Studierende für die Veranstaltung an, darunter gut 80% OSI-Studierende. Das Problem löste sich dadurch, dass die LAI-Leitung die Platzbeschränkung offiziell aufhob (wobei nicht die Überbuchung im CM dafür ausschlaggebend war, von der die Leitung vielleicht gar nichts wusste, sondern einfach die Tatsache, dass deutlich mehr Studierende als geplant in die Veranstaltung kamen und man diese nicht einfach wieder wegschicken wollte).“

    Ein halbe Stunde vor der ersten Sitzung der von Dir hier angesprochenen Lehrveranstaltung waren genau 12 Studierende über Campus Management angemeldet. Die Begrenzung wurde dann in direktem Anschluss an die erste Sitzung und in Rücksprache mit der LAI-Leitung und dem Fachbereich aufgehoben. Jedoch waren selbst zwei Wochen nach Semesterbeginn noch keine 40 Studierenden bei Campus Management angemeldet, tatsächlich wurde diese Zahl erst drei Tage vor Ablauf der Anmeldefrist überschritten.

    Kurz: Zu viel Gegeninformationspathos, zu wenig Fakten.

  4. Wanted by the LAI « FUwatch Says:

    […] “Blackboard vs. Campus Management: Die ultimative Teilnehmerbegrenzungsschlacht” (neuer Eintrag: “Zur Platzbeschränkung via Campus Management”) handelte von dem realen Fall einer Lehrveranstaltung am LAI, die auf 40 TeilnehmerInnen begrenzt wurde, für die sich aber zumindest OSI-Studierende von Anfang an ohne Teilnahmebeschränkung über das SAP Campus Managment anmelden konnten. Tatsächlich haben sich dann knapp 80 Leute über das CM angemeldet. Die LAI-Leitung zog die Teilnahmebeschränkung aufgrund dieser Massen zu Beginn des Semesters wieder zurück, alle durften also teilnehmen. Soweit so gut. […]

  5. Niklas Says:

    Antwort hier.

  6. Revision: Platzbeschränkung funktionierte offenbar doch « FUwatch Says:

    […] Und genauso verhielt es sich offenbar. Wie sich jetzt herausstellt hatten sich bis zur ersten Sitzung nur 12 (!) Studierende angemeldet (und das bei einer LV deren Anmeldefrist eigentlich längst abgelaufen war!). Die Studierenden konnten ja nicht ahnen, dass es eine Verlängerung geben würde, insofern war es riskant, mit der Anmeldung noch zu warten. Vermutlich wussten sie aber auch schlicht weg nicht, dass der Anmeldezeitraum für platzbeschränkte LVs deutlich kürzer ist. Oder aber sie konnten im System sehen, dass das Maximum von 40 noch längst nicht erreicht war und auf eine Frist-Verlängerung spekulieren (die wie gesagt nur dann eintritt, wenn das Maximum von 40 bis zum Fristende nicht erreicht wird). […]

  7. Überblicksseite SAP Campus Management « FUwatch Says:

    […] 21.04.06: Zur Platzbeschränkung via Campus… […]

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