Datenschutzpanne als Chance?

Die FU-Verwaltung hat unlängst allen Studierenden eine Erinnerungsmail an ihre ZEDAT-Adressen gesendet, mit der Mitteilung, dass die Rückmeldegebühr für das kommende Sommersemester doch bitte bis zum 18.02 zu überweisen ist. Mich persönlich hat keine solche Mail erreicht, vermutlich weil ich die Gebühr schon eingezahlt hatte. Alle die noch nicht gezahlt haben, flatterte sie jedoch offenbar ins Haus.

Laut LHG Blog unterlief den Verantwortlichen beim Versenden dieser Mail eine schwere Datenschutzpanne, die Betroffenen wurden nicht als Blind-Carbon-Copy (BCC) sondern direkt als „TO“ angemailt, so dass jedeR EmpfängerIn auch alle anderen EmpfängerInnen-Adressen sehen konnte. Die Mails wurden stoßweise nach alphabetischer Reihenfolge versendet, an jeweils etwa 1000 Personen. Man bekommt also nicht alle EmpfängerInnen zu sehen, aber doch eine relativ große Anzahl.

Die Empörung der LHG über diese Datenschutzpanne ist natürlich berechtigt, doch bietet sie jetzt, wo sie den Verantwortlichen nun mal unterlaufen ist, auch Chancen. So könnte man zwecks Information oder Mobilisierung auch von studentischer Seite weitaus mehr KommilitonInnen via Email erreichen, als dies bisher möglich war. Bisher konnte nur der Präsident einfach alle Studierenden anmailen und ihnen den Standpunkt des Präsidiums vermitteln, nun könnte auch einE StudierendeR (fast) alle Studierende erreichen, AktivistInnen könnten Gegenposition beziehen und die Studentenschaft aufklären. Zugegeben, die Begeisterung hielte sich vermutlich bei einigen EmpfängerInnen in Grenzen, doch warum sollten virtuelle Mitteilungen an die gesamte Studentenschaft ein alleiniges Privileg des Präsidenten oder des Verwaltungsapparats sein? Wenn der Präsident hochschulpolitisch Stellung bezieht, ist dies ja keine wertungsfreie, neutrale Information.

Und da Dieter Lenzen es ja ohnehin vorzieht, virtuell zu informieren, statt sich einer Realworld-Diskussion zu stellen, könnte man es ihm doch dann gleichtun und eine Gegenposition in die virtuellen Briefkästen der Studentenschaft versenden.

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2 Antworten to “Datenschutzpanne als Chance?”

  1. Ronny Patz Says:

    Also heute in der StuPa-Sitzung schien diese Option nicht als gut empfunden worden zu sein: Die Studierendenschaft – in Vertretung durch den AStA – möchte sich lieber das Recht sichern (und ist nach eigener Aussage aktiv dabei), die gleichen Kanäle wie der Präsident nutzen zu dürfen, ohne auf eine Datenschutzverletzung zurückzugreifen.

  2. Niklas Says:

    || die gleichen Kanäle wie der
    || Präsident nutzen zu dürfen,
    || ohne auf eine Datenschutz-
    || verletzung zurückzugreifen.

    Das wäre natürlich besser – sofern es sich durchsetzen lässt.

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