Der 48 Stunden Streik

Mit „Ruhe nach dem Sturm“ überschreibt der Tagesspiegel seinen heutigen Artikel über den Streik-Stand an der FU. Der Streik würde sich im Wesentlichen nur noch aufs OSI konzentrieren und sei insgesamt in eine Ruhephase eingetreten. In der taz ein ähnliches Meinungsbild, jenseits vom OSI läuft der Streik an den Studierenden vorbei. Man kann dieser Darstellung nur schwerlich widersprechen.

Tatsächlich findet ein Großteil der Protestaktivität nur noch in den Streik-Seminaren und -Workshops am OSI statt. Unabhängig von den dort erarbeiteten Strategien und Perspektiven tendiert die unmittelbare Außenwirkung des Protests bereits am dritten Streiktag gegen Null. Wie elektrisiert wirkten die Studierenden auf der VV am Montag, wie erhofft reichte ein Hörsaal nicht aus, so stark war der Andrang und das Interesse am Widerstand. Am Dienstag setzte sich das fort, mit Diskussionen auf der OSI-VV, der Besetzung des FU-Präsidums und der anschließenden Aussprache mit dem FU-Kanzler Peter Lange und dem FU-Vize-Präsidenten Werner Väth (siehe gestriger Eintrag). Allein tatsächliche Fortschritte waren nicht erkennbar, das Gespräch wirkte eher ernüchternd.

Am Mittwochmorgen dann der Streik-Kater. Der Bus brechend voll mit Studierenden, die U3 ebenso. Den Gesprächsfetzen ist zu entnehmen, dass der Protest durchaus Thema ist, dass aber kaum jemand ernsthaft erwägt sich zu beteiligen. Seminar im Henry-Ford-Bau, die Zahl der Anwesenden entspricht der, der Vorwoche. Von Streiklust keine Spur. Schließlich kommt doch noch eine Diskussion über den Streik zustande, die sich aber im wesentlichen auf eine „Informationsrunde“ beschränkt, danach wird mit dem normalen Seminarstoff weitergemacht. Wenn das repräsentativ für die Streikposition der Mehrheit der Studierenden an der „Rebellenhochburg“ OSI sein sollte, wie streikunwillig muss dann erst der Rest der Uni sein?

Über den Emailverteiler flattert ein Hilferuf herein, heute (Donnerstag) sei doch schon die nächste VV, dafür sei noch gar nichts vorbereitet. Eine weitere VV am Donnerstag? Richtig, die wurde ja wirklich angesetzt, taucht aber nicht mal mehr im AVV der OSI-Warnstreikenden auf (die vom Montag schon). Auch sonst weiß kaum jemand davon oder hat es verdrängt, die Mobilisierung mit Plakaten erfolgt auf den letzten Drücker heute Vormittag.

Keine Frage, der Protest hatte seinen Zenit bereits mit der Besetzung des Präsidiums am Dienstag erreicht und war damit eher ein 48-Stunden- als ein 5-Tage-Streik.

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