1500 Studierende auf der Vollversammlung

Heute versammelten sich 1500 Studierende (Tagesspiegel, 06.12.) in den Hörsälen 1a und 1b der Silberlaube zur Auftakt-Vollversammlung des einwöchigen Warnstreiks an der FU Berlin.

Jenny Simon ließ zunächst die Ergebnisse der letzten VV vom 29.11. Revue passieren, eine Kommilitonin aus Nürnberg berichtete von den erschwerten Studienbedingungen durch die Einführung von Studiengebühren in Bayern (eine Welle die nach den Wahlen im kommenden Jahr auch Berlin zu erfassen droht), David Hachfeld klärte darüber auf, dass die vom Präsidium angekündigten Verbesserungen zwar ein erster Schritt in die richtige Richung sein, jedoch im Kern immer noch am Problem vorbei gingen (siehe dazu den gestrigen Eintrag). Schließlich spannte Prof. Peter Grottian in einer von tosendem Applaus begleiteten Rede einen Bogen vom Bachelor zu Hartz IV (Tagesspiegel, 06.12.) und verwies damit auf die Notwendigkeit eines gesamtgesellschaftlichen Protests, der sich eben nicht nur auf die Uni beschränken dürfe.

Anschließend wurden Arbeitsgruppen gebildet, die den eigentlichen inhaltlichen Teil des Streiks leisten sollen. Studierende konnten ihre Arbeitsgruppe kurz vorstellen und organisatorische Angaben machen (wann, wo, wie). Im nächsten Schritt wurden dann die Forderungen diskutiert, ausformuliert und abgestimmt. Dabei beschränkte man sich schließlich auf vier zentrale Forderungen.

1. Abschaffung des Campus Managements
2. Alle BA-AbsolventInnen sollen auch für den MA zugelassen werden
3. Das Studium soll gebührenfrei sein
4. Ein freies und emanzipatorisches Lernen

Der letzte Punkt richtet sich gegen die zunehmende Verschulung des Studiums, die Studierende in ein festgezurrtes Lern-Korsett zwängt, letztlich auf ein reines „Auswendig lernen“ hinausläuft und selbstständiges Denken faktisch verunmöglicht. Andere Pauschalforderungen, wie die „Abschaffung des Kapitalismus“ fanden dagegen keine Mehrheit.

Morgen finden dann „lokale“ Vollversammlungen an den einzelnen Instituten und Fachbereichen statt, auf denen jeweils geklärt werden soll, wie genau die Streikwoche gestaltet werden soll, welche Form des Streiks man praktizieren möchte. Am Otto-Suhr-Institut wird es auf der VV (12 Uhr, Henry-Ford-Bau, HS D) daher auch darum gehen, ob das OSI besetzt werden soll oder nicht (taz, 06.12.).

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2 Antworten to “1500 Studierende auf der Vollversammlung”

  1. Vollversammlung am Otto-Suhr-Institut « FUwatch Says:

    […] Die OSI-VV begann dann mit einer kurzen Zusammenfassung der Beschlüsse der Gesamt-VV vom Vortag (siehe gestriger Blog-Eintrag). Ferner wurde ein Ablaufplan der heutigen VV vorgeschlagen und bewilligt. […]

  2. Verhältnismäßig schwache Vollversammlung « FUwatch Says:

    […] Vielleicht bin ich ja altmodisch, aber für mich besteht der primäre Sinn und Zweck einer VV darin, dass man konkrete Forderungen aufstellt, diskutiert, zur Abstimmung stellt und anschließend eine Resolution erlässt (so geschehen z.B. zuletzt im Warnstreik 2005). […]

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