Diskussion über Warnstreik

Heute Mittag trafen sich ProtestlerInnen am Otto-Suhr-Institut, um den Warnstreik in der nächsten Woche zu planen oder zumindest anzudenken.

Das „OSI-Forum“

Erster Diskussionsgegenstand war die Einrichtung eines so genannten „OSI-Forums“. Eine Idee die nicht unmittelbar etwas mit dem Streik zu tun hat, aber der ursprüngliche Grund des heutigen Treffens war und deshalb auch kurz besprochen wurde. Es soll ein studentisches Forum eingerichtet werden, das alle zwei Wochen einmal zur selben Zeit stattfindet (momentan immer Donnerstags von 12-14 Uhr, 21/E) und wo Studierende die aktuellen Probleme am OSI diskutieren können. Ziel ist es, die Kommunikation und den Informationsfluss zwischen den verschiedenen Klein-Gruppen mit ihren Projekten zu verbessern. Statt das wie bisher jeder „sein Ding“ durchzieht, sollen Kräfte gebündelt werden, Probleme dargelegt werden und einer größeren Öffentlichkeit zugeführt werden. Jeder der also irgend etwas auf dem Herzen hat, kann das Forum aufsuchen und dort aussprechen, wo ihn momentan der Schuh drückt.

Das Forum ist also eine allgemeine Anlaufstelle für alles was am OSI und der FU schiefläuft. Betont wird dabei der dauerhafte Charakter, den diese Veranstaltung haben soll. Es geht eben nicht darum, sich nur für den kurzen Zeitraum des intensiven Protests zu vernetzen, sondern regelmässig zusammenzukommen und so Perspektiven zur Lösung von Problemen zu entwickeln. Es soll auch besser als zuvor informiert werden, z.B. über die Beschlüsse (und deren Konsequenzen) des jeweils am Vortag tagenden Institutsrats.

Damit jeder OSIaner weiß, wann das nächste Forums-Treffen stattfindet, soll ein entsprechendes Pinboard (bzw. eine Schautafel) organisiert werden, das dann im OSI-Foyer stehen soll und entsprechende Informationen bereitstellt. Weiterhin wurde die Empfehlung ausgesprochen, dass alle sich auf der osi-protest-Yahoogroup eintragen (die schon seit anno 2000 existiert), dort soll dann auch über Erkenntnisse aus dem Forum berichtet werden, bzw. ob es Terminveränderungen gibt.

Es gibt eine Vorbereitungsgruppe, die die Idee eines OSI-Forums weiter vorantreibt und organisiert.

Der Fall „Riedmüller“

Zweites Topic war der Dauerkonflikt zwischen Prof. Riedmüller und Studierenden der Ersti-Vorlesung. Nachdem es dort schon von Anfang an starke Spannungen gab, eskalierte die Situation mit der Entwendung der Anwesenheitslisten endgültig. Prof. Riedmüller insistiert auf der Anwesenheitspflicht und will zur Erlangung eines Scheins jetzt zusätzlich auch Tests schreiben lassen.

Im Institutsrat zeichnet sich ab, dass für das kommende Sommersemester ein anderer Dozent für die Ersti-Vorlesung gefunden werden soll. Dies eilt jedoch, da bereits Anfang Januar feststehen muss, wer hier einspringt. Da sich kein Dozent um die Ersti-Vorlesung reißt, gestaltet sich das schwierig. Ins Spiel gebracht wurde die Idee, dass die Veranstaltung auch von Studierenden geleitet werden könnte (und der Name des Profs dann nur im Vorlesungsverzeichnis und auf dem Schein auftaucht).

Auch hier hat sich eine Gruppe zusammengefunden, die an einer Lösung für das „Riedmüller Problem“ arbeitet. Unklar ist dabei immer noch, wie das bereits laufende Semester zuende gebracht werden soll, da ein Absägen Riedmüllers wohl nicht drin ist.

Campus Management

Das „Campus Management“ wurde nur kurz angesprochen. Deutlich wurde, dass es inzwischen auch unter den Dozierenden des FB Polwiss starke Vorbehalte gibt, die auf einer Kuratoriumssitzung geäußert wurden. Es gab hier deutliche Stimmen, die für eine Aussetzung des Systems eintraten. Es wurde beschlossen, dass man hier als Studierende unbedingt dranbleiben muss, denn wenn selbst die Dozenten gegen das System sind, stehen die Chancen relativ gut, es rauskegeln zu können. Selbst wenn eine Totalabschaffung nicht möglich ist, wäre es z.B. denkbar, dass das OSI ein Zeichen setzt und sich aus dem System ausklingt, der restliche FB dann vielleicht folgt.

Was für ein Typ von Streik?

Im folgenden wurde dann über den Warnstreik in der nächsten Woche diskutiert. Wie immer gab es Hardliner, die für einen Besetzungsstreik eintraten. Es solle zumindest die Ihne21 gleich am Montagmorgen besetzt werden, um ein Gebäude für Streik-Seminare zu haben und um sicherzustellen, dass die Studierenden nicht aus Angst Fehlzeiten zu riskieren doch in ihre Lehrveranstaltungen rennen. Die gemäßigtere Fraktion wollte auf Besetzungen verzichten und sich auf das Anbieten von Protest-Veranstaltungen konzentrieren.

Eine dritte Fraktion brachte einen Kompromiss, indem sie forderte vor einer möglichen Voll- oder Teil-Besetzung des OSIs zunächst eine eigene OSI-VV zu diesem Thema zu veranstalten, da eine Besetzung nur mit einer dort zu erreichenden Mehrheit zu legitimieren sei (die Grundannahme ist hier, dass die Gesamt-VV die Entscheidung über die genaue Ausgestaltung des Streiks „regionalisieren“ wird, also jeweils den Studierenden in ihren FBs/Instituten überlässt). Die OSI-VV unmittelbar nach der Gesamt-VV (12-14 Uhr) am Montag stattfinden zu lassen wurde abgelehnt, da dort vermutlich schon zu viel andere Aktionen ablaufen würden. Die OSI-VV wurde daher auf Dienstag angesetzt.

Inhalte des Warnsteiks

Bestimmt wurden die auch noch angesprochen, aber nach 90 min. knurrte mir der Magen.

Update 03.12.05

„Deutlich wurde, dass es inzwischen auch unter den Dozierenden des FB Polwiss starke Vorbehalte gibt, die auf einer Kuratoriumssitzung geäußert wurden. Es gab hier deutliche Stimmen, die für eine Aussetzung des Systems eintraten.“

Im eklatanten Widerspruch dazu, siehe:
http://web.fu-berlin.de/presse/fup/fup05/fup_05_202.html

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2 Antworten to “Diskussion über Warnstreik”

  1. Neues von MeinProf.de « FUwatch Says:

    […] Was die Bewertung von FU-Dozierenden bei MeinProf.de angeht, hält das OSI übrigens sowohl einen positiven als auch einen negativen Rekord. Prof. Ladwig gehört mit einem Durchschnitt von 1.4 zu den beliebtesten Dozierenden, Prof. Riedmüller führt mit 4.0 nach wie vor einsam das untere Ende der Skala an (was auf ihre “legendäre” Einführungsvorlesung zurückzuführen ist, siehe “Riedmüller Affäre”). […]

  2. “Großes” Treffen am Donnerstag « FUwatch Says:

    […] ähnlichen Ansatz gab es im Dezember 2005 schon mal beschränkt auf das OSI. Damals sollte mit dem “OSI Forum” eine regelmässig tagende, informelle Institution geschaffen werden, auf der alle OSI-Studierende […]

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