Warnstreik an der FU Berlin beschlossen

Auf der gestrigen Vollversammlung (29.11.) haben die Studierenden der FU einen einwöchigen Warnstreik vom 05.12. bis 09.12. beschlossen.

Hintergrund sind wie so oft die unzumutbaren Zustände an der FU, diesmal ging es insbesondere um die neuen BA- und MA-Studiengänge, die von den Studierenden heftig kritisiert werden. Dies betrifft die Frage, wer nach dem BA noch einen MA machen darf (Forderung ist hier natürlich: alle), aber auch den inhaltlichen Aufbau der BA-Studiengänge als solchen. Ein weiterer wichtiger Streitpunkt ist die Einführung der neuen „Campus Management“ Software, mit der es nur Probleme gibt (siehe dazu zahlreiche Artikel in diesem Blog). Eine komplette Liste der Forderungen und Kritikpunkte findet sich hier.

Streit um Forderungen

Zwischen den Studenten wurde schon im Vorfeld der Vollversammlung wie immer kontrovers diskutiert, wie die Forderungen beschaffen sein sollen. Die eine Fraktion fordert Minimalforderungen, um eine höchstmögliche Anzahl von Studierenden für den Protest gewinnen zu können. Man sucht also den kleinsten gemeinsamen Nenner, um niemanden zu verprellen und den Protest massenkompatibel zu halten. Die andere Fraktion hält eine solche Einschränkung für unsinnig und befürwortet auch weiterreichendere Forderungen. „Forderungen haben nicht den Anspruch das Ende der Diskussion festzuschreiben, sie sollen eher dazu dienen einen Prozess in Gang zu bringen, und weit über die vorgegebenen Denkmuster hinausreichen“, so ein Kommilitone auf dem Studiprotest-Verteiler.

Vollversammlung beschlussfähig?

Von den Forderungen abgesehen wird – mal wieder – auch die Frage diskutiert, ob die Vollversammlung überhaupt beschlussfähig war. Die Liberale Hochschulgruppe hält z.B. in der Regel nicht viel von Streiks und so wird denn im LHG-Blog auch angezweifelt, ob auf der VV alles mit rechten Dingen zuging. Der Kommilitone von der LHG beschreibt, dass er das Gefühl hatte, der Beschluss zum Warnstreik hätte de facto schon vorher festgestanden: „So war von vorneherein klar, in welche Richtung diese VV gelenkt werden sollte – der Beschluss stand meiner Meinung nach quasi schon fest, auch wenn das die Verantwortlichen natürlich klar verneinen werden.“ (LHG-Blog).

Ob’s der LHG nun passt oder nicht, der Warnstreik beginnt am kommenden Montag. Spätestens dann wird sich ja herausstellen, ob die Streikbefürworter eine Mehrheit hinter sich haben oder nicht. Dies hängt natürlich nicht zuletzt auch von den noch zu planenden Aktionen ab. Fällt dem ein oder anderen Akteur etwas Innovatives ein, kann der Funke durchaus auf den lethargischen Teil der Studierendenschaft überspringen. Selbst wenn sich keine Mehrheit für den Warnstreik findet, muss dies nicht sein Scheitern bedeuten. Auch kleinere Gruppen können innerhalb der Woche vielleicht etwas bewirken und wenigstens einige Kommilitonen zum Nachdenken anregen.

Akademischer Senat und Präsidium werden nervös

Noch bevor der Warnstreik überhaupt begonnen hat, beginnt der Akademische Senat (AS) der FU schon zu rutschen. Nach der Ankündigung von Protesten hat er seine heutige Sitzung ganz kurzfristig abgesagt, angeblich wegen „Bauarbeiten“ im Henry Ford Bau. Dort finden tatsächlich Bauarbeiten statt, doch erscheint es unglaubwürdig, das ausgerechnet der AS sich kein Ausweichraum organisieren kann. Der AStA glaubt daher, der AS weiche den Studierenden aus und wolle sich vor ihnen verstecken. „Herr Lenzen kann sich jedoch nicht immer in seinem stillen Kämmerlein verstecken“ (Pressemitteilung des AStA, 30.11.).

Das Präsidium der FU brachte am Abend dann eine Pressemitteilung heraus, dernach eine Entschärfung der BA-Studiengänge vorgesehen ist. So soll die Malus-Punkte-Regelung ausgesetzt werden, die Fristen des akademischen Kalenders flexibilisiert werden, das Modulangebot für die gewünschte Fächerkombination ausgeweitet werden und das Überschneidungsproblem von Lehrveranstaltungen bis zum SS 2006 behoben werden (Pressemitteilung der FU, 30.11.05).

Nächste VV am Montag

Der Warnstreik beginnt am Montag um 10 Uhr mit einem Vorbereitungstreffen im Mensa-Foyer der Silberlaube. Um 12 Uhr findet dann die Streik-VV im Hörsaal 1a statt, wo präzisiert werden soll, wie genau der Warnstreik gestaltet werden soll. (siehe Flyer)

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