Ein papierorientiertes Studium kostet Unsummen

Nachdem ich in der Vergangenheit zunehmend den Eindruck gewonnen hatte, ich sei so ziemlich der einzige Trottel in der Uni, der sich die Mühe macht seine entliehenen (und von Dritten vorbestellten) Bücher fristgerecht zurückzugeben, habe ich im letzten Semester einfach auch mal die Rückgabefristen großzügiger ausgelegt (weil man ein Buch nun mal oft einfach noch länger braucht). Übers Semester kamen so insgesamt satte 18 Euro Mahngebühren zusammen (erste Mahnung 1,50 pro Buch, zweite dann noch mal 2,50).

Wirklich astronomisch erscheint die Summe, die ich für Reader in diesem Semester ausgegeben habe, knapp 50 Euro. Für einen Stapel Papier viel Geld. Aber wenn das Material nun mal Grundlage für das jeweilige Seminar ist und man sich ernsthaft engagieren möchte, hat man kaum eine andere Option. Sicherlich könnte man sich die Literatur anhand der Liste auch selber zusammensuchen und kopieren. Die Frage ist nur, ob das dann wirklich günstiger ist. Zu dem Geld das die Kopien kosten würde dann noch die Zeit kommen, die es braucht sich die verschiedenen Quellen zusammenzusuchen – wenn sie denn überhaupt zugänglich sind.

Einige wenige, der Zukunft zugewandte DozentInnen legen inzwischen digitale Archive mit denen für ihr jeweiliges Seminar relevanten Texten an. Nur kann man das dann natürlich nicht alles ausdrucken, es würde ein Vermögen an ar***teuren Tintendruckerpatronen kosten (ich zahlte unlängst 50 Euro für zwei Patronen und dieses Doppelpaket wurde schon als „Sonderangebot“ angepriesen). Man müsste das Material dann alles direkt am Computer lesen, ohne es auszudrucken, womit sich viele KommilitonInnen insbesondere bei längeren Texten immer noch schwer tun. Viele DozentInnen stellen sich dann natürlich die Frage, warum sie sich die Arbeit machen sollten Material online bereitzustellen, wenn das ohnehin nur von einer Minderheit angenommen wird.

So wird wohl auch in näherer Zukunft noch viel studentisches Vermögen für Kopien, Bücher, Tintenpatronen und Bibliotheks-Mahngebühren draufgehen.

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